Nessler Dauerwelle

Karl Ludwig Nessler (1872–1951)
Erfinder der Dauerwelle und internationaler Unternehmer


Erfinder der Dauerwelle und Unternehmer zwischen Schwarzwald, London und New York
Als Karl Ludwig Nessler am 2. Mai 1872 in Todtnau im Schwarzwald geboren wurde, konnte niemand ahnen, dass er einmal das Friseurhandwerk weltweit verändern würde. Aus dem Sohn einer badischen Familie wurde ein Erfinder, der das glatte Haar seiner Zeit in dauerhafte Wellen verwandelte – und damit eine neue Ära der Haarmode einleitete.
Schon früh interessierte sich Nessler für Haarstruktur, Technik und chemische Prozesse. Während viele Friseure sich vor allem auf Mode und handwerkliche Fertigkeit konzentrierten, dachte er experimentell. Ihn beschäftigte eine grundlegende Frage:
Kann man eine natürliche Haarwelle dauerhaft erzeugen – nicht nur für Stunden, sondern für Monate?
Diese Frage wurde zur Grundlage seiner späteren Erfindung.
London – Die entscheidende Phase
Um die Jahrhundertwende ging Nessler nach London. Dort, im pulsierenden West End, begann seine eigentliche Pionierarbeit.
In der Oxford Street, später auch in der South Molton Street und in der Dover Street, entwickelte er sein Verfahren zur dauerhaften Haarwelle weiter. London bot ihm das ideale Umfeld: internationale Kundschaft, technische Möglichkeiten und ein offenes Publikum für neue Ideen.
1908 ließ Nessler sein Verfahren patentieren. Damit war die technische Dauerwelle geboren.
In seinen Londoner Salons trat er häufig unter dem Namen „C. Nestle“ auf. In Anzeigen und Geschäftsunterlagen finden sich Bezeichnungen wie „Under Royal Patronage“ oder „Court Hairdresser“, was auf eine gehobene und internationale Kundschaft hinweist.
London wurde für Nessler nicht nur zum Experimentierfeld, sondern zur Bühne seines Erfolgs.
Von Europa nach Amerika
Mit dem Erfolg in England blieb es nicht. Nessler expandierte in die Vereinigten Staaten und gründete dort eigene Gesellschaften zur Vermarktung seiner Verfahren und Patente.
Seine Ideen reichten weit über die Dauerwelle hinaus. Zu seinen Entwicklungen gehörten unter anderem:
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Geräte zur Haarbehandlung
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Verfahren zur Haarpflege
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künstliche Wimpern
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technische Methoden zur Untersuchung von Haarstruktur und Haarwachstum
In den 1920er- und 1930er-Jahren war sein Name international bekannt. Seine Arbeiten beeinflussten die Entwicklung der Friseurtechnik ebenso wie die entstehende Kosmetikindustrie.
Mehr als nur Dauerwelle
Karl Ludwig Nessler war nicht nur Erfinder, sondern auch Unternehmer. Er verband handwerkliche Erfahrung mit technischer Innovation.
Seine Arbeit bewegte sich an der Schnittstelle von:
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Friseurhandwerk
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Technik
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Chemie
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industrieller Produktion
Mehr als 30 Patente in verschiedenen Ländern dokumentieren seine Innovationskraft. Viele davon entstanden in einer Zeit, in der elektrische Geräte im Friseurhandwerk noch Pionierarbeit darstellten.
Letzte Jahre
Nessler verbrachte seine späteren Jahre in den Vereinigten Staaten.
Er starb am 22. Januar 1951 in Harrington Park, New Jersey.
Sein Name bleibt bis heute mit der Entwicklung der Dauerwelle verbunden und steht exemplarisch für den Übergang vom traditionellen Friseurhandwerk zur modernen Haartechnik des 20. Jahrhunderts.
Familie
Karl Ludwig Nessler wurde am 2. Mai 1872 in Todtnau als Sohn von Bartholomäus Nessler und Rosina Nessler (geb. Laitner) geboren. Die Familie war im oberen Wiesental verwurzelt und über mehrere Generationen in Todtnau und der Umgebung nachweisbar. mehr dazu unter Familie
Er wuchs mit mehreren Geschwistern auf. Zu den dokumentierten Geschwistern zählen unter anderem:
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Karolina Nessler
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Leander Nessler
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Paulina Nessler
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Albertine Nessler
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Ernst August Albert Nessler
Im Jahr 1901 heiratete er Katherine Laible.
Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor:
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Charles Nessler
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Rosa Nessler
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Catherine Violet Switzer (geb. Nessler)
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John Nessler
Die genealogischen Angaben beruhen auf kirchlichen, standesamtlichen und internationalen Archivquellen.

Region des südlichen Schwarzwaldes, in der Karl Ludwig Nessler aufwuchs
Karl Ludwig Nessler und seine Frau Katharina Nessler geb. Laible


Geburtshaus in Todtnau
In Todtnau wird heute ein Gebäude als „Nessler-Haus“ bezeichnet. Dieses Gebäude ist jedoch nicht das ursprüngliche Geburtshaus von Karl Ludwig Nessler.
Das historische Haus, in dem Nessler im Jahr 1872 geboren wurde, existiert heute nicht mehr. Es wurde bei einem späteren Brand zerstört. Das heute als „Nessler-Haus“ bekannte Gebäude entstand erst danach und dient vor allem der lokalen Erinnerung an den Erfinder der Dauerwelle.
Für die historische Forschung ist daher zwischen dem tatsächlichen Geburtsort Nesslers und der heutigen Erinnerungsstätte zu unterscheiden.
Haus Nr. 111 in Todtnau
In der Einwohnerliste von Todtnau aus dem Jahr 1842 erscheint unter der Hausnummer 111 die Familie Laitner. In diesem Haus lebten die Eltern von Rosina Laitner, der späteren Mutter von Karl Ludwig Nessler.
Rosina selbst ist in dieser Liste noch nicht aufgeführt, da sie erst 1844 geboren wurde. Ihr Bruder Isak Laitner arbeitete später als Bürstenmacher.
Kurz vor dem großen Brand von 1876 gehörte das Haus Nr. 111 Isak Laitner. Da neben seiner Familie auch weitere Angehörige im Gebäude lebten – darunter Mitglieder der Familie Bartolomäus Nessler – wurde das Anwesen in den Quellen teilweise als „Isak Laitner und Consorten“ bezeichnet.
Die historische Karte zeigt die Lage des Hauses am Eschner Kirchweg in Todtnau.

Anzeige von A. Busam, Zahntechniker in Fahrnau im Wiesental. Solche Anzeigen dokumentieren die Tätigkeit von Nesslers Lehrmeister.
Quelle: Markgräfler Zeitung, 1890.
Friseurlehre (Bader) bei Meister Busam
Nach dem Ende seiner Schulzeit begann Karl Ludwig Nessler eine Friseurlehre bei Meister Busam, der im Wiesental tätig war. Über die genaue Dauer der Ausbildung und den Salon, in dem Nessler lernte, sind nur wenige zeitgenössische Quellen überliefert. Dennoch gilt diese Lehrzeit als ein wichtiger Abschnitt in seiner frühen handwerklichen Entwicklung.
Historische Anzeigen und Adressverzeichnisse zeigen, dass Busam zunächst in Fahrnau arbeitete, wo er als Bader tätig war. Der Beruf des Baders vereinte im 19. Jahrhundert verschiedene handwerkliche und medizinische Tätigkeiten, darunter Rasieren, einfache Behandlungen sowie teilweise auch zahnmedizinische Arbeiten.
Spätere Anzeigen führen Busam als Dentisten bzw. Zahntechniker. In den Quellen erscheint er anschließend in Schopfheim, wohin er später umzog und wo er schließlich auch verstarb. Diese Hinweise aus Anzeigen, Adressbüchern und regionalen Quellen geben einen Einblick in das berufliche Umfeld, in dem Karl Ludwig Nessler seine ersten praktischen Erfahrungen im Friseurhandwerk sammelte.
Weitere Informationen zu Meister Busam, den überlieferten Dokumenten und den historischen Quellen sind in einem eigenen Beitrag dokumentiert.

Fremden- bzw. Aufenthaltsregister der Stadt Aarau, Eintrag zu Karl Nessler, Friseur, geboren 1872 in Todtnau (Baden). Stadtarchiv Aarau.
Aarau – Erste Station in der Schweiz
Nach seiner Schulzeit im Schwarzwald begann Karl Ludwig Nessler zunächst eine Ausbildung bei Meister Busam im Wiesental. Diese Lehrzeit dauerte nach Nesslers eigener späterer Aussage nur wenige Monate. Offenbar brach er die Ausbildung frühzeitig ab und suchte anschließend seinen eigenen Weg.
Nessler selbst erinnerte sich später an diese Zeit. In einem Brief an den Friseurmeister Oskar Decker in Karlsruhe vom 2. August 1938 schrieb er:
„Meine Eltern starben früh und ich schlug mich durch so gut es ging in der Schweiz, Frankreich, Italien und schliesslich in England. ein Geschäft lernte ich nie richtig Brannte durch als Babierlehrling nach fünfmonatigem Versuch und Betrieb allerhand bis ich mich endlich dem Friseurberuf widmete“
Aus einem Brief von Karl Ludwig Nessler an Friseurmeister Oskar Decker, Karlsruhe, 2.8.1938 (Deutsches Museum, München).
Zu den frühen Stationen seines Weges gehörte die Schweiz. Eine seiner ersten nachweisbaren Arbeitsorte war Aarau im Kanton Aargau, wo er als junger Friseur tätig war.
Ein Eintrag im Fremden- bzw. Aufenthaltsregister der Stadt Aarau bestätigt seinen Aufenthalt. In diesem Register wird Karl Nessler, geboren 1872 in Todtnau (Baden), mit dem Beruf Friseur aufgeführt. Solche Register dokumentierten die Anwesenheit auswärtiger Handwerker und Gesellen, die sich vorübergehend in der Stadt aufhielten.
Der Eintrag zeigt, dass Nessler bereits in jungen Jahren außerhalb seiner Heimat arbeitete und Teil jener Wanderbewegung von Handwerksgesellen war, die im 19. Jahrhundert weit verbreitet war.
Von der Schweiz aus setzte Nessler seinen Weg fort. Eine weitere wichtige Station seiner frühen Laufbahn wurde Basel.

Eintrag zu Ludwig Nessler im Aufenthaltsregister der Stadt Basel. Der Eintrag nennt ihn als Coiffeur mit Wohnadresse Feldbergstrasse 27 und dokumentiert seine Aufenthaltsbewilligung ab Januar 1891.
Basel – Arbeit als Coiffeur
Nach seinen frühen Wanderjahren führte Karl Ludwig Nesslers Weg weiter nach Basel, eine der wichtigsten Städte am Oberrhein. Die Grenzstadt war im späten 19. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für Handel, Handwerk und internationale Kontakte.
Ein Eintrag in einem Aufenthaltsregister der Stadt Basel dokumentiert Nesslers Aufenthalt. Dort wird Ludwig Nessler, geboren 1872 in Todtnau (Baden), mit dem Beruf Coiffeur geführt. Als Wohnadresse ist Feldbergstrasse 27 verzeichnet.
Die Unterlagen zeigen, dass Nessler im Januar 1891 eine Aufenthaltsbewilligung erhielt. In den Dokumenten werden unter anderem ein Zeugnis vom 13. Januar 1891 sowie weitere Aufenthaltsvermerke genannt. Die Bewilligung war zunächst bis Mai 1893 gültig.
Die Feldbergstrasse liegt im Basler Stadtteil Kleinbasel, der sich im 19. Jahrhundert stark entwickelte. In diesem Viertel lebten viele Handwerker, Arbeiter und wandernde Gesellen, die in der Stadt Arbeit suchten. Für junge Friseure bot Basel ein internationales Umfeld mit Kundschaft aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich.
In den Bemerkungen des Registers wird vermerkt, dass Nessler sich „auf Wanderschaft“ befand und unter anderem durch die französische Schweiz reiste. Der Eintrag nennt ihn bereits als Coiffeur und zeigt damit, dass er zu dieser Zeit als Friseurgeselle, also als ausgebildeter Handwerker, tätig war.
Diese Wanderjahre gehörten zur typischen Laufbahn vieler Handwerksgesellen im 19. Jahrhundert. Basel bildete damit eine wichtige Station in Nesslers frühen Berufsjahren, bevor ihn sein Weg später nach London führte.
Offene Stationen der Wanderjahre
Für die Zeit nach Nesslers Aufenthalt in Basel liegen derzeit nur wenige gesicherte Quellen vor. Zeitgenössische Hinweise, darunter Nesslers eigener Brief aus dem Jahr 1938, deuten darauf hin, dass er während seiner Wanderjahre auch durch Frankreich und Italien reiste.
Recherchen in Archiven der Westschweiz, unter anderem im Raum Genf, haben bislang jedoch keine eindeutigen Nachweise für weitere Aufenthalte ergeben. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich Nessler in dieser Phase häufig wechselnd an verschiedenen Orten aufhielt, wie es für wandernde Handwerksgesellen im späten 19. Jahrhundert üblich war.
Aufgrund der geografischen Lage und der damaligen Wanderbewegungen im Friseurhandwerk kommen insbesondere Städte der französischen Schweiz sowie Paris als mögliche Stationen in Betracht. Gesicherte archivalische Belege für diese Aufenthalte stehen jedoch bislang noch aus.
Zwischen seinem dokumentierten Aufenthalt in Basel und seiner späteren Ankunft in London bleiben daher mehrere Jahre seines Lebens nur fragmentarisch belegt. Weitere archivalische Funde könnten künftig helfen, diese Lücke genauer zu schließen.

Zeitungsanzeige des Coiffeurs Olszewski, London (Berners Street / Leicester Square). British Library digital collection. Content provided by THE BRITISH LIBRARY BOARD. All rights reserved
London – Erste Jahre im West End
Bereits in den ersten Jahren seines Aufenthalts in London arbeitete Karl Ludwig Nessler als Friseur im Umfeld der Great Castle Street im Londoner West End, nahe der Oxford Street. In dieser Zeit war er nach vorliegenden Hinweisen im Salon des Coiffeurs Oljeski beschäftigt.
Die Gegend um die Oxford Street gehörte bereits um 1900 zu den wichtigsten Geschäfts- und Modevierteln der Stadt. Für Friseure bot das West End Zugang zu einer internationalen Kundschaft und zu einem Umfeld, in dem neue Techniken und modische Entwicklungen schnell Verbreitung fanden.
In diesem Umfeld begann Nessler, seine Arbeiten zur dauerhaften Haarwelle weiterzuentwickeln. Die Jahre im Londoner West End bildeten damit eine wichtige Phase seiner beruflichen Entwicklung, bevor sein Name in der Londoner Friseurwelt zunehmend bekannt wurde.

Charles Nessler im Census of England and Wales von 1901, als Hairdresser in London geführt.
Quelle: Census of England and Wales 1901, St Pancras, London.
1901 London – Frühe Jahre als Friseur
Ein früher Einblick in das Leben von Karl Ludwig Nessler in London ergibt sich aus dem Census of England and Wales von 1901. Die Volkszählung dokumentiert seine Lebenssituation zu einem Zeitpunkt, als er noch am Beginn seiner beruflichen Laufbahn in der britischen Hauptstadt stand.
Im Census erscheint er unter dem Namen Charles Nessler. Als Alter sind 24 Jahre angegeben. Sein Geburtsort wird mit Germany vermerkt.
Als Beruf ist „Hairdresser“ eingetragen. Damit bestätigt der Census, dass Nessler bereits zu dieser Zeit als Friseur in London tätig war.
Der Eintrag nennt als Adresse:
176 Albany Street, St Pancras, London
Dort lebte Nessler als Boarder (Kostgänger) in einem Boarding House. Solche Pensionen waren im London der Jahrhundertwende weit verbreitet und dienten vielen jungen Handwerkern und Arbeitern als Unterkunft.
Der Haushalt wurde von Teresa Klanshrot geführt, die im Census als Haushaltsvorstand („Head“) aufgeführt wird. Neben Nessler lebten dort zahlreiche weitere Kostgänger mit unterschiedlichen Berufen.
Zum Haushalt gehörte außerdem eine Dienstangestellte:
Florence Seaforth, 24 Jahre alt, geboren in Reigate (Surrey), die im Census als Servant verzeichnet ist.
Der Eintrag zeigt Nessler in einer frühen Phase seines Lebens in London. Er lebte noch ohne Familie und war Teil eines größeren Haushalts von Kostgängern.
Nur wenige Jahre später sollte sich seine Situation grundlegend verändern. Mit der Entwicklung seiner Methode zur dauerhaften Haarwelle gelang ihm der Durchbruch im internationalen Friseurhandwerk.
Der Census von 1901 stellt damit eine der frühesten gesicherten Quellen zu Nesslers Londoner Zeit dar und dokumentiert seine Tätigkeit als Friseur, lange bevor seine Erfindung weltweite Bekanntheit erlangte.

Census of England and Wales, 1911: Haushalt von Charles Nessler in London mit Ehefrau Katharina (33), Sohn Karl George (9) und Tochter Rosa (6). Beruf: „Permanent Hairwaver“.
London – Familie und Geschäft
Spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich Karl Ludwig Nessler in London etabliert. Ein wichtiger Einblick in seine Lebenssituation ergibt sich aus dem Census of England and Wales von 1911, der seinen Haushalt in der britischen Hauptstadt dokumentiert.
In dem Eintrag wird Nessler unter dem Namen Charles Nessler geführt. Zum Zeitpunkt der Volkszählung war er 39 Jahre alt. Als Beruf ist „Permanent Hairwaver“ angegeben – ein Hinweis darauf, dass sein Verfahren zur dauerhaften Haarwelle zu diesem Zeitpunkt bereits angewendet und kommerziell genutzt wurde.
Die Volkszählung nennt als Wohnadresse 44 Fenchurch Road, London W. Dort lebte Nessler mit seiner Familie:
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Katharina Nessler, seine Ehefrau, 33 Jahre alt
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Karl George Nessler, Sohn, 9 Jahre alt
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Rosa Nessler, Tochter, 6 Jahre alt
Zum Haushalt gehörte außerdem eine Hausangestellte, Amy Reeves, 30 Jahre alt, die im Census als „general servant“ aufgeführt wird.
Der Eintrag enthält auch Angaben zur Ehe der Nesslers. Demnach waren Karl und Katharina seit zehn Jahren verheiratet und hatten zwei Kinder, die beide noch lebten. Diese Angaben bestätigen, dass die Familie bereits um 1901 in London lebte.
Die Wohnung in der Fenchurch Road umfasste sieben Räume. Das Haus lag in einem Wohnviertel im Westen Londons, in dem viele Angehörige der städtischen Mittelschicht lebten. Der Eintrag zeigt damit, dass Nessler zu dieser Zeit bereits ein gefestigtes Familien- und Berufsleben aufgebaut hatte.
Bemerkenswert ist auch, dass das Formular von Nessler selbst unterschrieben wurde. Damit liegt ein weiteres persönliches Dokument aus seiner Londoner Zeit vor.