Emil Rutishauser – Früher Anwender der Nessler-Dauerwelle in der Schweiz
- Nessler-Dauerwelle

- 18. März
- 10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Apr.
Emil Rutishauser (1873–1948), Coiffeurmeister aus Winterthur, gehört zu den frühesten nachweisbaren Anwendern der von Karl Ludwig Nessler entwickelten Dauerwelle in der Schweiz.
Seine eigenen Berichte sowie zeitgenössische Quellen zeigen, wie sich die neue Technik bereits wenige Jahre nach ihrer Entstehung von London aus in Europa verbreitete.Emil Rutishauser (1873–1948) war ein Coiffeurmeister aus Winterthur und gehörte zu den frühen Friseuren, die das Dauerwellverfahren von Karl Ludwig Nessler übernahmen. Um 1910 reiste er nach London, um die neue Technik direkt bei Nessler kennenzulernen. Seine Erinnerungen an diese Reise sowie seine ersten praktischen Erfahrungen mit der Dauerwelle veröffentlichte er später in Fachzeitschriften des Friseurhandwerks.
Die Berichte Rutishauers gehören zu den seltenen zeitgenössischen Quellen, die einen Einblick in die Anfangszeit der Dauerwelle geben. Sie zeigen, wie sich Nesslers Erfindung von London aus in Europa verbreitete und bereits wenige Jahre später auch in kleineren Städten wirtschaftlichen Erfolg brachte.
Biografische Daten
Emil Rutishauser
Geboren: 1. April 1873 Beruf: Coiffeurmeister Heimatort: Winterthur Wohnort: Winterthur, Turnerstrasse 2
Ehefrau:Karolina Rutishauser, geb. Rorschach15. Februar 1875 – 10. Juli 1942
Kinder:
Karl Emil Rutishauser (14. April 1901)
Anna Rutishauser (6. Juli 1902)
Emil Rutishauser starb am 24. Februar 1948 in Winterthur.
Archivunterlagen der Einwohnerkontrolle bestätigen seine Tätigkeit als Coiffeurmeister sowie den Wohnsitz der Familie in der Turnerstrasse.
Besuch bei Karl Ludwig Nessler in London (1910)
Um das Jahr 1910 reiste Rutishauser nach London, um seinen früheren Bekannten Karl Ludwig Nessler zu besuchen. Nessler hatte dort eine neuartige Maschine entwickelt, mit der Haare dauerhaft gewellt werden konnten – die erste technisch funktionierende Dauerwelle.
Rutishauser beschrieb später, wie er im Londoner Salon in der Nähe der Oxford Street die Anwendung der neuen Technik beobachten konnte. Die Methode wirkte zunächst erstaunlich einfach, sodass er glaubte, das Verfahren nach kurzer Beobachtung selbst anwenden zu können.
Gleichzeitig berichtete er, dass viele Londoner Friseure der neuen Erfindung skeptisch gegenüberstanden und sie zunächst nicht ernst nahmen.
Der erste Dauerwellen-Versuch in Winterthur
Nach seiner Rückkehr nach Winterthur installierte Rutishauser einen Dauerwellenapparat in seinem Salon. Die erste Behandlung dauerte viele Stunden und erforderte zahlreiche Heizwickel sowie chemische Lösungen.
Der Versuch endete zunächst mit einem Fehlschlag. Ein Teil der Haare wurde durch die Hitze beschädigt und die gewünschte Welle verschwand beim Auswaschen wieder. Rutishauser musste der Kundin das Geld zurückgeben und die Behandlung abbrechen.
Der Dauerwellenapparat wurde danach zunächst wieder abgebaut und blieb eine Zeit lang unbenutzt.
Wirtschaftlicher Erfolg der Dauerwelle
Nur ein Jahr später änderte sich die Situation jedoch grundlegend.
In einem Brief vom 26. März 1911 an den Berliner Nessler-Agenten Eduard Trost berichtete Rutishauser über den wirtschaftlichen Erfolg der neuen Technik:
„Winterthur ist eine Stadt von nur etwa 25 000 Einwohnern, und trotzdem bin ich heute in der Lage, pro Woche zwei bis vier Damen zu wellen, so dass ich jetzt mehr verdiene als früher mit zahlreichem Personal.“
Rutishauser stellte fest, dass selbst Kundinnen aus dem Mittelstand bereit waren, hohe Beträge für die neue Behandlung zu bezahlen. Gleichzeitig widersprach er der damals verbreiteten Meinung, dass sich das Nessler-Verfahren nur in grossen Städten rentiere.
Bedeutung für die Geschichte der Dauerwelle
Die Berichte Emil Rutishauers zeigen, wie schnell sich die Dauerwelle nach ihrer Erfindung verbreitete. Innerhalb weniger Jahre gelangte die Technik von London nach Mitteleuropa und wurde auch in kleineren Städten erfolgreich angewendet.
Seine Erinnerungen dokumentieren sowohl die technischen Schwierigkeiten der frühen Dauerwellbehandlungen als auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich für Friseure durch die neue Methode eröffneten.
Damit gehört Rutishauser zu den frühesten dokumentierten Anwendern der Nessler-Dauerwelle in der Schweiz.
Timeline
1873 – Geburt von Emil Rutishauser in Winterthur1899 – Heirat mit Karolina Rorschach1901 – Geburt des Sohnes Karl Emil1902 – Geburt der Tochter Anna1910 – Besuch bei Karl Ludwig Nessler in London1911 – wirtschaftlicher Erfolg der Dauerwelle in Winterthur1948 – Tod von Emil Rutishauser
Quellen
Realistic-Bote – Erinnerungen von Emil Rutishauser über seinen Besuch bei Karl Nessler in London
Deutsche Allgemeine Friseurzeitung – Brief von Emil Rutishauser an Eduard Trost, 26. März 1911
Einwohnerkontrollkarten der Stadt Winterthur Historische Einordnung
100 Franken für eine Dauerwelle (um 1910)
Der Winterthurer Coiffeur Emil Rutishauser berichtet, dass eine Kundin um 1910 etwa 100 Schweizer Franken für eine Dauerwelle bezahlte.
Nach Kaufkraftvergleichen entspricht dieser Betrag heute ungefähr 800 bis 1200 Euro.
Damit gehörte die Dauerwelle zu den teuersten kosmetischen Behandlungen ihrer Zeit. Die Behandlung dauerte viele Stunden und erforderte komplexe Geräte sowie chemische Lösungen.
Für Friseure konnte das Verfahren jedoch sehr profitabel sein. Rutishauser schrieb bereits 1911, dass er in Winterthur jede Woche mehrere Kundinnen dauerwellen konnte und damit mehr verdiente als früher mit einem größeren Personal.
Historische Technik
Wie lange dauerte eine Dauerwelle um 1910?
Die ersten Dauerwellen waren technisch aufwendig und konnten bis zu acht Stunden dauern.
Nach den Erinnerungen Rutishauers bestand die Behandlung aus mehreren Schritten:
Aufwickeln der Haare auf zahlreiche Metallwickler
Befestigen von schweren Heizkörpern (bis etwa 1 kg Gewicht)
langsames Erhitzen der Wickel über mehrere Stunden
anschließendes Auswaschen der chemischen Lösung
Allein der Wickelvorgang konnte bis zu sechs Stunden dauern.
Die Methode war zudem nicht ungefährlich. Zu starke Hitze konnte Verbrennungen verursachen oder Haare beschädigen. Erst später wurden die Geräte und chemischen Verfahren verbessert.
Fachgeschichte
Warum viele Friseure die Dauerwelle zunächst ablehnten
Als Karl Ludwig Nessler seine Dauerwellmaschine um 1905–1910 vorstellte, reagierten viele Friseure zunächst skeptisch.
Mehrere Gründe spielten dabei eine Rolle:
Technische Skepsis Die Apparate wirkten kompliziert und ungewöhnlich. Viele Friseure zweifelten daran, dass die Methode zuverlässig funktionierte.
Risiko für das Haar Die frühen Verfahren arbeiteten mit Hitze und chemischen Lösungen. Fehler konnten zu beschädigtem Haar oder zu Verbrennungen führen.
Beruflicher Widerstand Neue Techniken bedeuteten auch Konkurrenz. Einige Friseure sahen die Dauerwelle als Bedrohung ihres bisherigen Geschäfts.
Zeitzeugen berichteten sogar, dass Nesslers Methode in London von einigen Kollegen offen verspottet oder sabotiert wurde.
Trotz dieser anfänglichen Ablehnung setzte sich die Dauerwelle innerhalb weniger Jahre international durch und wurde zu einer der wichtigsten technischen Innovationen im Friseurhandwerk des 20. Jahrhunderts. Quellen (Originaltexte)
Bericht von Emil Rutishauser über seinen Besuch bei Karl Ludwig Nessler
Realistic-Bote, frühes 20. Jahrhundert
Dann kannst du den Text bringen und davor kurz schreiben:
Der folgende Text stammt aus einer zeitgenössischen Friseurfachzeitschrift. Darin schildert der Winterthurer Coiffeur Emil Rutishauser seinen Besuch bei Karl Ludwig Nessler in London und seine ersten Erfahrungen mit der Dauerwelle.
Einer der ersten Besucher Nesslers in London war der Schweizer Damenfriseur Rutishausersen aus Winterthur. Hören wir, was er selbst unter der Überschrift „ Eine Millionär vor Augen“ in der Zeitschrift „Realistic-Bote“ später veröffentlichte. „Es war im Jahre 1910. Trotz der grössten Anforderung in meinem Geschäft war ich mit meinem Erfolg nicht zufrieden auch alle meine viel Internationale Preise, die die Wände meines Ladens zierten scheinen nicht die gewollte Wirkung zu haben. All das war nur eine äussere Glanz, aber Geld brachte es nicht in die Ladenkasse. Meine Familie vergrösserte sich, und im gleichen Atemzug stiegen die Spesen des Geschäfts. Man grübelte sich fast das Hirn aus. Mit dem Gedanken wie soll das einmal werden? Der Gedanke an die Zukunft, die mir keine Ruhe. Ich rechnete mit mathematischer Sicherheit, dass ich 50 Jahre in der Bude stecken müsste, um dann bei Erreichung des biblischen Alter gerade so viel zu haben, um sterben zu können. Es war in der Zeit, als meine alte Freund Karl Nestlé in London die Fachwelt mit seiner Erfindung erstaune. Man redete, dass er auf seinem besten Weg sein Millionen zu verdienen. Also war es nahe liegend, dass ich mich auch in an ihn wendete. Wir kannten uns ja schon aus der Fremde her sehr gut haben aus demselben Suppenteller gegessen und redlich das Bett geteilt. Ich schrieb nach London um seine Ansicht. Er liess mich nicht lange warten. Ich soll kommen so schnell wie möglich. Etliche hunderte Franken waren vom Sparhafen vom abgehoben und mit allen Hoffnungen eines Märchenprinz ging es nach London. Ein alter Freund Bunk aus Ulm an der Donau hat sich mir angeschlossen; denn auch er hat das gleiche Ziel wie ich. Wir wollten reich werden. In London wurden wir sehr gastfreundlich aufgenommen. In seinem Privatheim fühlten wir uns sehr heimisch. Wir mussten staunen, unser alter Freund auch von seiner anderen Seite kennen zu lernen. Ausserhalb seines Geschäftes hat er noch ein Lieblingssteckenpferd. In seinem Haus hat er sich ein Maleratelier eingerichtet. Wir konnten ihn an der Arbeit sehen, wie er eine Landschaft malte und fürwahr die Arbeiten zeigten künstlerisch Talent, nicht etwa wie bei Amateuren. Daneben konnte er uns verraten, dass er auch in Börsensachen beschlagen war. Auf seinem Schreibtisch lagen die Börsenberichte, die er sorgfältig durch siehst und dann seine Disposition traf. Diese Nebeneigenschaften machten auf uns einen grossen Eindruck und wenn Nestlé heute zu der erfolgreichsten Fachleuten der Welt gehört, so spricht er darüber, dass er nicht nur ein Fachmann war, sondern darüber hinaus offenen Augen und Verstand hatte. In seinem Geschäft, das in der Oxford Street lag im Haus einer Untergrundstation wurden wir teils von Nestlé selbst, teils von seinem Personal über die Dauerwelle installiert. Wir fanden es sehr leicht, glaubten, dass das Zusehen schon genüge, um die Kunst zu Hause auszuführen. Die Londoner Kollegen waren alle gegen Nestlé und die Erfindung wurde nicht ernst genommen, ja offen sabotiert. Es waren in London kaum drei Apparate bei Kollegen im Betrieb Im Geschäft Nestlés konnten wir sehen, dass deshalb stark begangen war Das deshalb stark begannen war. Es kamen auch etliche Dame mit Reklamation. Allein letzte verlor seine eiserne Ruhe nicht. Er zuckte nicht einmal mit den Wimpern, wenn eine Kundin das Geld zurück verlangte. Wir waren um eine Weisheit schwere und verliessen London mit den grössten Hoffnungen. Einer jeder wollte bald reich werden. Wir hatten darüber keinen Zweifel, weil unsere Kundschaft zu Hause mit Ungeduld auf die Neuerfindung erwartete. Ja ich musste staunen, dass es trotz einer so kleinen Stadt (Winterthur) Damen gehabt, die gern 100 Fr. auf den Schönheitsalter legten.Ich wurde zu Hause förmlich bestürmt eine jede wollte die erste sein. Der Apparat wurde montiert alle Vorbereitung getroffen aus Soda und Port Asche wurde eine nasse Sülze gemacht und zwischen den Flanell-Läppchen gestrichen. Auch wurde Fotografensalz aufgelöst zum Befeuchten der Haare. Es war ein schöner Tag. Die erste Kundin kam. Sie hatte blondes, feines Haar. Verliebt schien sie auch bis über beide Ohren, denn ihr Bräutigam hat ihr die 100 Franken Banknoten noch in die Hand gedrückt. Die Wicklung nahm etwa 6 Stunden in Anspruch und da man nur zwei Heizkörper mit einem Kilo Gewicht hatte, so ging auch die Kocherei langsam von sich. Die Freude am Gelingen waren ununterbrochen durch zwei Brandwunden in der Grösse eines 5 Franken Stücks. Mit Vaseline und Mehl, Auflage suchst du Madeleine drum zu verschaffen? Endlich nach 8 Stunden hat Arbeit konnte die Lösung der Wickel und Abwasch Boujong in Angriff genommen werden. Wir hatten noch Glück den von 48 Wickeln waren nur etwa acht Stück von der Kopfhaut abgelöst und stehen gebliebene Stümpfe bildenten sich aus wie Markierungszeichen an einer Strasse. Doch ruhig Blut, es kam schlimmer. Das gewellte Haar wurde durch die Waschung immer glatter. Da half kein Flanieren oder Spülen. Jede Spur von Wellung war dahin. Ich war mutlos, sprachlos, geknickt und beschämt. Die bereits eingezahlten 100 Franken. Gab ich zurück. Das Endresultat war noch die Bezahlung von Schmerzgel und die Kosten der Behandlung durch den Arzt. Resigniert wurde ab abmontiert. (diente lange Zeit, meinem Papagei als Spielplatz) die vielen eingeschriebene Kunden wurden auf später getröstet. „Wegen Ergänzung von Zutaten kann das Dauerwellen erst später wieder aufgenommen“ , kündete ein Plakat an der Kasse an. Mein Traum eine Million zu verdienen entschwebte in die Luft. Die Schlösser, die ich in diesem Raum aufbauen wollte fielen wie Seifenblasen zusammen“ Zur Entlastung für Herrn Rutishauser sei nun noch ein Brief angeführt, den er ein Jahr später an die Berliner Agenten Nessler Herr Eduard Trost schrieb 39) „Geehrter Herr! Gestatten Sie, meine Freude, Ausdruck zu verleihen und Ihnen mitzuteilen, dass ich seit bald einem Jahr in meinem Geschäft wie auch in meinem Institut, das Nestlé-Haarwellen eingeführt habe und mit den Resultat ausserordentlich zufrieden bin. Winterthur ist eine Stadt von nur 25,000 Einwohnern und ich bin trotzdem schon heute in der Lage, per Woche 2-4 Damen zu wellen, so dass ich jetzt mehr verdiene als mit einem zahlreichen Personal. Ich muss selber staunen, dass die Leute so leicht das Geld für diese Sache ausgeben, selbst Damen aus dem Mittelstand. Es ist ein total verkehrte Ansicht, wenn Kollegen behaupten, das Nestlé Verfahren rentiert sich nur für grössere Städte. Auch mit den fachlichen Resultaten bin ich zufrieden. Die Wellen halten ohne Ausnahme und sind gegen alle Feuchtigkeit standhaft. Es ist allerdings Übung und starke ausdauernden nötig. Herrn Nestlé, London gebührt alle Ehre, dass er uns ein neues Arbeitsfeld das uns Geld wie noch kein andere Tätigkeit bis dato einbringt geschaffen hat. Ich wünsche Ihnen für Ihre Vertretung viel Erfolg und hoffe, dass es Ihnen gelingen möge, die deutsche Kollegen für diese schöne Sache zu interessieren. Mit aller Hochachtung zeichnet E. Rutishauer Professor De Coiffeur
Zeitgenössischer Bericht über Nesslers Dauerwellenapparat (1911)
Der folgende Artikel stammt aus der „Deutschen Allgemeinen Friseur-Zeitung“ aus dem Jahr 1911. Die Fachzeitschrift berichtete regelmäßig über neue technische Entwicklungen im Friseurhandwerk.
Auf dieser Seite wird das damals noch neue Dauerwellverfahren von Karl Ludwig Nessler vorgestellt. Besonders bemerkenswert ist die abgebildete Dauerwellmaschine, die zeigt, wie aufwendig die frühen Behandlungen durchgeführt wurden. Die Apparate arbeiteten mit elektrisch beheizten Wicklern und Metallarmen, an denen mehrere Heizkörper befestigt waren.
Der Bericht verdeutlicht, wie stark die Erfindung Nesslers bereits wenige Jahre nach ihrer Einführung die Fachwelt beschäftigte. Friseure in verschiedenen europäischen Städten – darunter auch Winterthur – begannen zu dieser Zeit, mit dem neuen Verfahren zu experimentieren und es in ihren Salons einzuführen.
Im Folgenden wird der zeitgenössische Text im Original wiedergegeben.

Deutsche Allgemeine Friseur-Zeitung, 1911. Brief von Emil Rutishauser (1911)
Winterthur, 26. März 1911
Herrn Eduard TrostDamen-CoiffeurBerlin
Sehr geehrter Herr!
Gestatten Sie mir, meiner Freude Ausdruck zu verleihen und Ihnen mitzuteilen, dass ich seit bald einem Jahr in meinem Geschäft wie auch in meinem Institut das Nestlé-Haarwellenverfahren eingeführt habe und mit dem Resultat außerordentlich zufrieden bin.
Winterthur ist eine Stadt von nur etwa 25 000 Einwohnern, und ich bin trotzdem schon heute in der Lage, pro Woche zwei bis vier Damen zu wellen, so dass ich jetzt mehr verdiene als früher mit zahlreichem Personal.
Ich muss selbst staunen, dass die Leute so leicht Geld für diese Sache ausgeben, selbst Damen aus dem Mittelstand.
Es ist eine völlig verkehrte Ansicht, wenn Kollegen behaupten, das Nestlé-Verfahren rentiere sich nur für große Städte.
Auch mit den fachlichen Resultaten bin ich zufrieden. Die Wellen halten ohne Ausnahme und sind gegen alle Feuchtigkeit standhaft.
Es ist allerdings Übung und starke Ausdauer notwendig.
Herrn Nestlé in London gebührt alle Ehre, dass er uns ein neues Arbeitsfeld geschaffen hat, das uns Geld einbringt wie noch keine andere Tätigkeit bis dahin.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Vertretung viel Erfolg und hoffe, dass es Ihnen gelingen möge, die deutschen Kollegen für diese schöne Sache zu interessieren.
Mit aller Hochachtung zeichnet
E. Rutishauser Professor de Coiffure
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