Nessler in Aarau – Archivfund zum Aufenthalt 1890 bei Coiffeur Karl Heuberger
- Nessler-Dauerwelle

- 14. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. März
Bei der Arbeit in den Aarauer Archiven konnte ich einen wichtigen Hinweis auf den Aufenthalt von Karl Ludwig Nessler in Aarau im Jahr 1890 finden.
Das Melderegister zeigt, dass sich Nessler am 28. April 1890 in Aarau anmeldete und sich am 18. Oktober 1890 wieder abmeldete. Sein Aufenthalt dauerte damit gut fünfeinhalb Monate.
Als Aufenthaltsort wird der Coiffeur Karl Heuberger genannt. Die Anmeldung erfolgte unter der damaligen Hausnummer 685 an der Bahnhofstrasse.

Um diese Angabe besser einordnen zu können, habe ich zusätzlich die Adressbücher der Stadt Aarau konsultiert. Im Adressbuch von 1901 erscheint dort der Eintrag:
Heuberger, Karl – Coiffeur, Elektromonteur – Bahnhofstraße 621
Die Hausnummern der Bahnhofstrasse wurden im Laufe der Zeit mehrfach neu nummeriert. Das Gebäude, das im 19. Jahrhundert zeitweise die Nummer 658 bzw. 685 trug, lag ungefähr im Bereich der heutigen Bahnhofstrasse 33. Das Haus wurde 1872 erbaut und im 20. Jahrhundert abgebrochen.
Quelle
Foto:eigene Aufnahme Bahnhofstrasse in Aarau (Aufnahme 2026) – heutige Ansicht des historischen Standorts.
Quelle: Adress-Buch der Stadt Aarau, 1901. Digitalisierte Ausgabe.
Quelle: Historische Aufnahme, beschriftet „Ecke Bahnhofstrasse – Kasinostr., um 1900“.
Interessant ist dabei der Zusatz im Adressbuch: „Coiffeur, Elektromonteur“. Er zeigt, dass Karl Heuberger offenbar nicht nur als Friseur tätig war, sondern sich auch intensiv mit elektrischen Geräten beschäftigte.
Ein späterer Bericht im Buch von Lehmann beschreibt diese Situation folgendermaßen:
„In Aarau lebte damals ein Coiffeurmeister Heuberger, der ein leidenschaftlicher Bastler war und anscheinend mehr Freude an seinen feinmechanischen und elektrischen Basteleien hatte als an seinem erlernten Beruf. Später hat er den Coiffeurberuf überhaupt an den Nagel gehängt und sich ganz der Herstellung einfacher elektrischer Geräte gewidmet. Zu diesem elektrotechnisch interessierten Coiffeur ging Karl Nessler in Stellung und blieb so lange, wie er etwas bei ihm lernen konnte. Nach einem halben Jahr zog er weiter.“
Die archivalischen Meldedaten bestätigen zumindest die ungefähre Dauer dieses Aufenthalts, die auch in dieser späteren Beschreibung mit etwa einem halben Jahr angegeben wird.






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